Biografie

Dominik Salzer
03.06.1988 – Geboren in Bietigheim-Bissingen
2005-2008 – Ausbildung als Grafik-Designer
2008-2010 – Fachhochschulreife Fachrichtung Gestaltung
2010-2014 – Diplom 3D-Visualisierung (Digital Artist)
Seit 2019 – Abstrakte Malerei

Ich habe einige Jahre als Grafik-Designer gearbeitet, doch diese Arbeit hat mich nie wirklich erfüllt. Nachdem unsere Abteilung dann eines Tages dicht gemacht wurde, beschloss ich meinen eigenen Weg zu gehen und meinen Gefühlen und meiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Also habe ich 2019 angefangen, autodidaktisch die abstrakte Malerei zu erlernen.
Bereits nach dem ersten Bild wurde die Arbeit mit Acrylfarben zu einer neuen Passion, welche ich nun zusätzlich zur Musik verfolge.
Ich möchte, wie in der Musik, auch visuell alle erdenklichen Gefühle bei den Betrachter*Innen hervorrufen und ihre Fantasie anregen.
Bei meinen Bildern benutze ich kräftige Farben um starke Kontraste zu erzeugen. Grafische Elemente sorgen für die Spannung und lassen viel Freiraum zur eigenen Interpretation.

“[…] Irrwege, Spiegelungen, Andeutungen, Ahnungen – Spannungen. Dies sind die Stationen, durch welche uns Dominik Salzer mit seiner Malerei vergnüglich führt. Wohin der Weg geht? Nun, das liegt zu einem großen Teil auch am Betrachter. Wie im Spiegellabyrinth. Vergleichen wir die Titel mit den Bildern vor uns, dann merken wir eines: Es ist ein mehr als feines, sinnliches, komplexes Zusammenspiel von Formen und Farben, Realität und ihren Abbildern, welches Dominik Salzer für uns inszeniert.[…]”
– Dr. A. Pagiela

 

Ausstellungen

Mitgliedschaften
 

Mitglied bei [KUN:ST] International https://kun-st-international.de/

Werkeinführung zur Einzelausstellung vom 05.12.2019

“Meine Damen und Herren,

lassen Sie uns 7 Minuten über Dominik Salzer sprechen.

Sehen wir auf die Bilder von Dominik Salzer – sehen wir in einen Spiegel. Aber nicht in einen einfachen Spiegel, in welchem wir nur uns selbst sehen. Wir sehen in einen dieser Spiegel, wie wir sie aus dem Spiegellabyrinth kennen: Bei denen wir – je näher wir hinschauen, uns unsicherer werden…was wir sehen.

Dominik Salzers bevorzugtes Motiv, ja das Epizentrum seiner Arbeit, das ist die Abstraktion von Form und Farbe. Doch wenn wir ganz genau hinsehen, uns durch die Ausstellung treiben lassen, dann sehen wir: Ganz so einfach- oder sollen wir sagen so schwer – machen es uns diese Bilder dann doch nicht.

Farbe sehen wir als erstes, Form als zweites – doch was für Formen sehen wir? Unser Auge muss einen langen Weg gehen, bis es anfängt langsam zu ahnen, dass Dominik Salzer uns hin und wieder mit dem Gegenständlichen im Abstrakten überrascht. So wie das Leben uns hin und wieder einen alten Bekannten auf dem Bürgersteig entgegenschickt – oder einen längst verlorenen Gegenstand beim Umzug auftauchen lässt. Aus dem Nichts der Zeit – aus der Tiefe der Erinnerung.

So geben uns die Werke von Dominik Salzer auch nicht Rätsel auf – Sie nehmen uns mit an die Hand, sie locken uns…Ihnen zu folgen, so wie dem weißen Kaninchen, das Lewis Carrol für Alice im Wunderland erdacht hat – doch welches nun viel mehr Menschen von Neos aberwitzigem Weg in und durch die Martrix kennen.

Apropos Alice im Wunderland:

Sag mir, welchen Weg ich gehen soll – fragt Alice die Grinsekatze.

Hm. Sagt die Katze. Das hängt maßgeblich davon ab, wo Du hinwillst.

Irrwege, Spiegelungen, Andeutungen, Ahnungen – Spannungen. Die sind die Stationen, durch welche uns Dominik Salzer mit seiner Malerei vergnüglich führt. Wohin der Weg geht? Nun, das liegt zu einem großen Teil auch am Betrachter. Wie im Spiegellabyrinth. Vergleichen wir die Titel mit den Bildern vor uns, dann merken wir eines: Es ist ein mehr als feines, sinnliches, komplexes Zusammenspiel von Formen und Farben, Realität und ihren Abbildern, welches Dominik Salzer für uns inszeniert.

Können die Werktitel ein Hinweis für uns sein?

Aurora

Pillars

Domino

Trinity

Snowblind

…beschreiben viel weniger das, was wir abgebildet sehen – sondern das, was wir als Betrachter empfinden…vielleicht.

Titel wie die Conversations Serie, Buffalo, Dog, Caterpillar scheinen zu beschreiben was wir sehen – und doch überrascht uns das was wir sehen dann umso mehr. Vielleicht nur, damit uns dann FOX wieder auf eine Reise schickt – ins Ungewisse – Gewisse.             

Doch woraus schöpft Dominik Salzer diese Kraft für seine Kunst? Woher kommt dieser Mann, dessen erste Einzelausstellung wir heute begehen und der sicherlich noch viel vorhat?

1988 geboren in Bietigheim-Bissingen, dann Grafik-Designer, Studium 3-D Animation, ist Dominik Salzer Digital Artist – und hat sich doch gegen das Digitale und für die klassische Malerei entschieden. Wir denken unweigerlich an einen anderen großen Grafiker, der auch irgendwann dem gleichen Schritt gewagt hat- weg von der Auftragsarbeit – hin zum freien Künstler: Andy Warhol.

Und doch, obwohl die Werke von Dominik Salzer ganz anders sind als die vom New Yorker Kollegen: Sie eint die Lust am Spiel, der Wechsel aus Leichtigkeit und Schwere – und die Inspiration aus dem alltäglichen Leben, welche für Dominik Salzer sehr wichtig ist – wie er mir verraten hat.

Und noch etwas anderes eint sie: Die Lust daran, etwas Schönes und Inspirierendes zu schaffen. Denn das gelingt Dominik Salzer mit seinen Arbeiten immer wieder. Ja manchmal scheint vor seinen Bildern die Zeit still zu stehen, wie bei dem unnachahmlichen Blau von Yves Klein.

Bilder wie SKYLINE SUNSET oder PORTALE laden dazu ein, alles um sich herum zu vergessen. So wie dieser unerreichbare Moment des „verweile doch, Du bist so schön!“, dem Goethe seinen Faust so unermüdlich wie erfolglos mit Mephisto nacheilen lässt.

Übrigens: Es gibt noch einen anderen Satz aus Goethes Faust, der uns trefflich durch diese Ausstellung führen kann. Er stammt aus der Walpurgisnacht:

„Doch gebt acht –

der Berg ist heute zaubertoll – und wenn ein Irrlicht Euch

die Wege weisen soll…dann sollt Ihr´s

so genau nicht nehmen.“

Was wir noch über Dominik Salzer wissen: Er ist Schlagzeuger bei der Heavy-Metal Band „The Wrong Turn“ – wir freuen uns, dass der Sänger Martin Frearly uns heute musikalisch durch den Abend begleitet. Ich habe mir die Musik von „The Wrong Turn“ intensiv vor diesem Abend angehört. Und ich habe auch sehr viel von ihr in den Bildern dieser Ausstellung wiedergefunden:

Heavy Metal ist nämlich gar nicht so „heavy“ wie viele meinen mögen. Heavy Metal spielt vielmehr mit Rhytmen und mit Kontrasten, verschüttet den Zuhörer unter harten Gitarrenriffs…um sie dann wundervoll harmonisch durch den Raum schweben zu lassen. Unendlich kraftvoll – und doch unendlich sinnlich.

So wie die Bilder von Dominik Salzer.

Und so zeigt uns der Künstler nicht einfach das Herz der Dinge; er zeigt uns auch immer wieder und meisterhaft, dass die Dinge nicht so sind, wie sie scheinen.

Was ist Form? Was ist Farbe, was Realität, was ist die Welt? Wer bin ich? Es sind existenzielle Fragen, die uns im Spiel aus Mutmaßen und Erkennen in den Bildern von Dominik Salzer begegnen – wenn, ja wenn wir es wollen.

Denn so leicht und offen, wie viele seine Bilder daherkommen, so leicht und entspannt wie ein sonniger Nachmittag im August – so sollte unser Umgang mit ihnen sein: Lassen Sie mich Ihnen ein Geheimnis verraten – Die Bilder von Dominik Salzer zeigen Ihnen auch gern einmal, das – was SIE als Betrachter sehen wollen.

Und so passen sie auch ganz besonders zu dem Ort, an welchem sie heute Zwischenstation machen: In einem Seminarzentrum – wo es all zu oft doch um Erkenntnis, um Neuorientierung um das Durchbrechen von Bestehendem geht.

An diesem Ort lernen wir auch, dass die Dinge nicht immer so sind wie sie scheinen, brechen wir auf zu neuen Ufern, lassen Dinge hinter uns oder werden einfach nur inspiriert.

Auf diesem Weg werden die Bilder von Dominik Salzer nun in der nächsten Zeit viele Menschen begleiten. Mal als flüchtige Begegnung in einem Seminarraum, mal als Lichtbringer in langen Stunden von etwas – anspruchsvollen – Veranstaltungen, mal

nur kurze, doch ganz besondere, unvergessliche sieben Minuten lang.

 

„Doch gebt acht –

der Berg ist heute zaubertoll – und wenn ein Irrlicht Euch

die Wege weisen soll…dann sollt Ihr´s

so genau nicht nehmen.“

Vielen Dank.”

Dr. A. Pagiela